Bild des Monats Januar: Minimalismus

 
Die Veranstaltung Bild des Monats im Januar bildete den Auftakt zu unserem Jahresprojekt für 2017: Thema Minimalismus
Alle waren angehalten, bis zu zwei Fotos vorzulegen, die ihrer Meinung nach minimalistisch fotografiert waren.

Bei der Diskussion zeigte sich, dass die Kriterien für Minimalismus nicht allen ganz klar sind. Daher kamen Unterschiede in der Interpretation und Bewertung der vorgelegten Arbeiten zustande. Hier müssen wir uns für das Gelingen des Jahresthemas noch einheitliche Kriterien erarbeiten. Zeit haben wir ja genug dafür.

Foto von Jean Möller: Winterfeld
Winterfeld

Die meisten Bewertungen des Abends erhielt ein Foto von Jean Möller. Ein Anhänger steht auf einem verschneiten Feld. Neben den Stoppeln im Vordergrund und einer Baumreihe im Hintergrund ist er das einzige Objekt im Bild. Erörtert wurde auch über mögliche Verbesserungen des Fotos. Einerseits würde ein Beschnitt des Vordergrundes das Bild noch minimalistischer und auch wirkungsvoller machen. Andererseits würde so der Anhänger höheres Gewicht erhalten und damit zu einem strukturierten Objekt im Bild, was dem Gedanken des Minimalismus auch nicht entspricht.

 

Foto von Veronika Priwitzer: Fenster
Fenster

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den zweiten Platz errang Veronika Priwitzer mit einem Foto aus einer alten Wendeltreppe mit einem einzelnen Fenster. Das Bild hat im Wesentlichen nur zwei unterschiedliche Strukturen: das rechteckige Fenster und die geschwungene Linie der Treppe. Ein reizvoller Kontrast, auch wenn das manchen Puristen zu wenig minimalistisch war.

 

Das minimalistischste Foto unter den bewerteten legte Stefan Buder vor: Eine einzelne Buhne am Meer. Die im Allgemeinen unruhige Struktur des Meeres hat er durch Langzeitbelichtung beruhigt. Und so besteht das Bild nur aus zwei grauen Flächen und der Buhne, eine fast meditative Stimmung.
Rick Eisenmenger zeigte eine Bilderserie dreier Rauchfotos und erhielt dafür gleichviele Bewertungen wie Stefan. Allerdings sind die dargestellten Rauchstrukturen sehr difizil und strukturiert, sodass die einzelnen Fotos von den meisten Betrachtern nicht als minimalistisch angesehen wurden.

Ergebnis des Abends:

Einige Aspekte zum Thema Minimalismus haben wir herausgearbeitet:

  • Nur wenige separate Objekte und Strukturen darstellen. Das gilt auch für den Hintergrund.
  • Die Objekte sollen nur geringe Komplexität (z.B. Farben, Formen) aufweisen.
  • Wenn komplexe Objekte gezeigt werden, dann sollten diese ganz klein abgebildet werden, damit deren Struktur für einen Betrachter uninteressant wird.
  • Es wird eine Herausforderung, zu erreichen, dass minimalistische Fotos nicht langweilig werden.

Für den Anfang des Jahresthemas war das doch schon 'ne ganze Menge.

 

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