Bild des Monats Juni

Dieser Wettbewerb hatte einiges Besonderes ansich.
Zum einen fand der Juni-Wettbewerb etwas verspätet erst am 5.Dienstag des Monats statt. Grund für die Verschiebung waren geplante Vorträge zu theoretischen Themen am Anfang des Monats. Die Erfahrung zeigte, dass die Bildbesprechungen teilweise sehr lange dauerten. Damit würden vermutlich bei vielen Teilnehmern danach nicht mehr genug Kondition für solch "schwere Kost" übrig bleiben.
Zum zweiten versuchten wir uns an einer Neuerung: Erstmals war für die Fotos ein Thema vorgegeben: Architektur.
Zum dritten: einige Wettbewerber konnten ihre geplanten Bilder nicht vorlegen, da diese wegen des Poststreiks nicht mehr rechtzeitig eintrafen.


Um es gleich vorweg zu sagen: Es gab diesmal gleich drei Sieger und die Meinungsverschiedenheiten über einige der Sieger-Bilder wurden teilweise sehr kontrovers ausgetragen. Nur eines der drei Siegerbilder wurde  fast einhellig als siegwürdig angesehen: von Martin Meschenmoser eine Innenansicht der Londoner Nationalgalerie. Das besondere an diesem Architekturfoto ist, dass die Menschen hier mehr als nur Beiwerk sind. Die Auseinandersetzung der Besucher mit der ausgestellten Kunst kommt zum Ausdruck. Die Architektur des Saales wird durch die zurückgenommene Farbgebung hervorgehoben.


Das zweite Siegerbild, auch von Martin, ist eine ungewöhnliche Ansicht der Eiffelturms. Eine solche Ansicht bei diesem millionenfach abgelichteten Objekt zu finden, ist allein schon etwas besonderes. Die Geister schieden sich jedoch an der Bearbeitung. Der Fotograf hat hier eine Bearbeitung gewählt, die einen starken Gegensatz zum mechanischen Charakter des Bauwerkes erzeugt. Die harte, metallische Struktur wurde fast "verflüssigt", was dem Motiv einen gänzlich fremdartigen Ausdruck verleiht. Dies war durch den Einsatz von (Bearbeitungs-)Filtern möglich. Die Diskussionen erhitzten sich daran, ob eine solche Filterbearbeitung zu exzessiv ist und ob der damit erzeugte künstlerische Ausdruck sich doch zu weit vom Original entfernt.


Der dritte (erste) Sieger ist ein Zeichen dafür, das auch Nichtmitglieder des Vereins zu Siegerehren kommen können. Fred Räbiger konnte mit seiner Nachtaufnahme eines interessanten Gebäudes vom Ufer der Spree bei etlichen Leuten punkten. Auch dieses Foto wurde nicht ohne Widerspruch zum (Mit-)Sieger gekürt.


Es wurde allerdings auch der Gedanke geäußert, dass manch einer nach der Bilddiskussion seine Hölzchen vielleicht auch anders zugeteilt hätte. Wir lernen eben nicht nur Fotografieren und Bildbearbeitung, sondern auch Bildbetrachtung.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0